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„Natürlich ist, was schon in uns steckt!“

21. Februar 2018

VIVOBAREFOOT im Interview mit Uwe Koll

Interview mit dem Sportmediziner und Swimrunner Uwe Koll

Uwe Koll ist Orthopäde und Unfallchirurg – und gleichzeitig Barfußfan. Zusammen mit seinem Teampartner Galahad Clark ist er aktives Mitglied der Swimrun-Community. Im Interview erzählt er, wie er über seine eigene Sportbegeisterung und seine Arbeit als Sportmediziner zu VIVOBAREFOOT gekommen ist. Er berichtet über seine Arbeit, die Faszination und Herausforderung von Swimrun-Wettkämpfen und seine persönlichen Erfolgsrezepte.

Wie bist du zu VIVOBAREFOOT gekommen?

Ich bin zuerst über die Arbeit von Daniel Lieberman gestolpert und habe dann als aktiver Sportler natürlich das Buch „Born to Run“ von Christopher McDougall gelesen.

Durch meine Arbeit als Orthopäde und Unfallchirurg habe ich viel mit Verletzungen bei Sportlern zu tun. Ich vermutete, dass die Ursache dafür in der falschen Benutzung unseres – eigentlich von der Evolution perfektionierten – Bewegungsapparates liegt. Eigentlich sollte jeder in der Lage sein zu laufen. Meine Aufgabe als Arzt sehe ich darin, dies zu ermöglichen, anstatt Verbote auszusprechen. Das Prinzip sollte lauten: Prävention statt Behandlung.

Hier wollte ich mir gern Ausbildung und Information aus erster Hand holen. Lee Saxby galt als eine Autorität auf dem Gebiet. Deshalb habe ich bald an einem seiner Kurse in London teilgenommen. Die brachten mich in Kontakt mit der „VIVO-Family“. Das Konzept, die Schuhe eng mit der Vermittlung von Wissen zu verbinden, erschien mir überzeugend.

Wie kannst du dein Wissen aus dem Coaching von Lee Saxby bei deinen Patienten anwenden?

Inzwischen biete ich Patienten, bei denen ich Potential zur Besserung ihrer Symptome sehe, ein Coaching zur Änderung oder Verbesserung ihres Laufstils an. Ich kläre sie auch über den theoretischen und evolutionären Hintergrund auf. Außerdem empfehle ich Athleten, die nach einer Operation bei null anfangen, die Änderung ihres Laufstiles gleich zur Prävention.

Ich operiere überwiegend Patienten mit Sportverletzungen im Knie. Auch wenn es hier noch keine ausreichende Studienlage gibt, bin ich überzeugt, dass die unnatürliche Beanspruchung des Kniegelenkes durch einen falschen Laufstil das Ergebnis der Operation und die längerfristige Gesunderhaltung des Gelenkes negativ beeinflusst.

Für mich hat der Fuß eine Schlüsselrolle, eine Art „Gatekeeper“-Funktion für das Knie. Und jeder funktionelle Fehler des Fußes setzt sich unweigerlich im Kniegelenk fort.

Wie hast du zu Swimrun gefunden?

Ich habe schon immer viel Ausdauersport betrieben und unter anderem viele Ironman-Triathlon-Wettkämpfe bestritten und suchte nach einer Alternative. Eine neue Herausforderung, die etwas weniger Trainingsvolumen beansprucht, enger an der Natur ist und etwas Neues darstellt. Eigentlich hatte ich an Ultra-Distanzläufe gedacht, aber als VIVOBAREFOOT Sponsor für den ÖTILLÖ Swimrun wurde, traf das genau meinen Nerv. Hier war ein Sport der in der Natur stattfindet, bei dem das Erlebnis im Vordergrund steht, und der einen sowohl körperlich als auch geistig mit allen Sinnen beansprucht. Außerdem wird Kooperation im Team großgeschrieben.

Nachdem ich mich zum ersten Rennen angemeldet hatte, merkte ich auch, dass die Teilnehmer dort eine ganz spezielle Einstellung mitbrachten, wie ich sie bis dahin nur von den Ironman-Distanzen Anfang der 90er kannte: Alle hatten Spaß an der Herausforderung und man fühlte sich eher wie eine große Familie statt sich wie Konkurrenten zu belauern. Einmal dabei, war ich gefangen.

Bei Swimrun-Wettbewerben trittst du im Team mit Galahad Clark an. Was sind eure Stärken und was eure Schwächen?

Ich komme ursprünglich vom Schwimmen. Daher fällt es mir leicht, hier die Führung zu übernehmen und zu ziehen. Ich genieße das Wasser, egal ob Meer oder See.

Meine Schwäche würde ich beim Downhill-Laufen sehen. Ich bin da im Kopf meistens gebremst, vermutlich wegen all der Verletzungen, die ich im Rahmen meiner Arbeit schon gesehen habe. Hier hat Galahad seine Stärke. Er läuft einfach furchtlos alles runter, ohne seine Geschwindigkeit zu drosseln – ich hatte teilweise Schwierigkeiten dran zu bleiben. Wenn allerdings vor dir jemand läuft, der scheinbar problemlos dem Zug der Schwerkraft folgt, wird es einfacher dem nachzugeben, nicht weiter nachzudenken und die Beine ihr Ding machen zu lassen.

Warum ernährst du dich kohlenhydratfrei?

Ich ernähre mich ketogen. Das heißt, dass ich meine Kohlenhydrate in der Nahrung soweit reduziert habe, dass mein Körper fast nur noch Fett zur Energieversorgung nutzt. Der Unterschied zu „Paleo“ ist, dass ich mich deswegen nicht unbedingt proteinreicher ernähre.

Das mache ich jetzt seit fast 5 Jahren. Dazu kam ich, nachdem mich ein Freund gefragt hatte, was ich als Arzt von ketogener Ernährung hielte. Ich habe mich dann eingehend mit der Materie befasst und anschließend im Selbstexperiment meine Ernährung umgestellt. Anschließend war ich überzeugt davon.

Wie hat sich deine Ernährung auf dein Befinden und dein Training ausgewirkt?

Ich kann für mich nur sagen, dass ich mich hervorragend fühle, keinen Hunger mehr kenne, Ausdauerleistungen über viele Stunden ohne die Zufuhr zusätzlicher Nahrung erbringen kann und keine Leistungseinbußen bemerkt habe. Natürlich habe ich meine Blutwerte anfangs engmaschig selbst kontrolliert, ohne negative Auswirkungen festzustellen. Die Unabhängigkeit von Kohlenhydraten hat zu einem neuen Grad der Freiheit geführt.

Ich weiß, dass es hierzu reichlich kontroverse Meinungen gibt und jeder muss das für sich selbst entscheiden. Ich spreche hier ausdrücklich nicht als Arzt. Das Thema Ernährung ist immer heikel, sehr persönlich, emotional und wird schnell polarisiert. Ernährung ist, obwohl eigentlich so einfach und grundlegend wie Schlaf, biochemisch extrem komplex und wird durch unsere kulturelle Entwicklung stark beeinflusst. Aber im Zweifel greife ich immer auf ein bewährtes Konzept zurück, nämlich die Frage: wozu hat die Natur uns gemacht und was hat in der Evolution funktioniert?

Es ist ähnlich mit dem Laufen: Hier spreche ich nicht von „Barfußlaufen“, „Vorfußlaufen“ oder ähnlichem, sondern von „natürlichem Laufstil“. Das nimmt den Menschen die Sorge vor den Regeln, die mit den Begrifflichkeiten einhergehen. Natürlich ist, was schon in uns steckt!

Welchen Sport treibst du außer Swimrun noch? Marathons? Kraftsport?

Alles was mich in die Natur bringt und möglichst nahe am natürlichen Bewegungsablauf des Menschen ist. Das Erlebnis steht dabei für mich immer im Vordergrund. Wenn allerdings das Erzielen einer bestimmten Leistung die Voraussetzung dafür ist, dann nehme ich die Herausforderung auch gerne an. Von Kraftsport halte ich nur etwas, wenn er dazu genutzt wird, sich auf das Niveau zu trainieren, auf dem man gut und gesund funktioniert: „Be fit to be useful“, wie Erwan Le Corre sagen würde.

Was gibt dir das Laufen als besondere Erfahrung?

Freude und Freiheit, ein Gefühl für die Umgebung mit ihren Elementen und Entfernungen. Ich gehe grundsätzlich an neuen Orten immer erst einmal laufen. Das erdet und macht den Kopf frei!

Früher war Laufen für mich etwas, das halt am Ende vom Triathlon absolviert werden musste. Ich hatte nicht viel Freude daran. Das änderte sich aber schlagartig, als ich anfing auf Trails zu laufen, mein Laufstil natürlicher wurde und so wenig Schuh wie möglich zwischen meinen Fuß und den Boden kam. Das Gefühl, das durch diese neue Erfahrung beim Laufen ausgelöst wurde, möchte ich nicht mehr missen.

Welchen sportlichen Event möchtest du noch meistern?

Im letzten Jahr habe ich zusammen mit meiner Frau am ÖTTILÖ Swimrun in Hvar (Kroatien) teilgenommen. Wir mussten leider abbrechen und haben die Cut-Off Zeit nicht geschafft, weil der Jugo mit seiner brutalen Windgeschwindigkeit und großen Wellen den Wettkampftag zu einer echten Herausforderung machte. Aber so ist die Natur. Dieses Jahr haben wir uns wieder angemeldet. Das ist also das nächste Ziel.

Welches ist dein Lieblingsschuh von VIVOBAREFOOT?

Das hängt ganz von der Situation ab. Mein erklärter Lieblingsschuh ist der One. Er war auch mein erster VIVOBAREFOOT-Schuh und begleitet mich noch immer auf jeder längeren Reise. Es gibt ihn leider nicht mehr. Es ist der bequemste Allrounder, den ich je am Fuß hatte. Im Alltag trage ich am liebsten den Gobi II und im Winter den Scott. Beim Laufen auf Asphalt den Stealth II und im Gelände den Primus FG.

Ich probiere jedoch fast alle Modelle aus, da ich auch meine Patienten entsprechend beraten können möchte. Oft nehme ich einzelne Modelle mit in die Sprechstunde, um den Patienten die Skepsis vor einem Minimal-Schuh zu nehmen. Ich möchte ihnen zeigen, dass es für fast jeden Anspruch einen Schuh gibt, der so wenig wie möglich die natürliche Funktion unseres Fußes beeinflusst.


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